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Bayerischer Bezirketag: Bezirke bekennen sich zum Ehrenamt – „Wir werden viele Engagierte brauchen”

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„Das Ehrenamtes wird in Bayern in den kommenden Jahren an Bedeutung erheblich zunehmen”, stellte kürzlich die Bayerische Sozialministerin, Emilia Müller, aus Anlass eines „Runden Tisches” in München fest. Bereits 36 Prozent der ab 14jährigen engagieren sich auf vielerlei Weise ehrenamtlich, das sind im Freistaat knapp 4 Millionen Bürger. 1999 lag die Quote erst bei 23 Prozent. Im Blick auf eine rasant älter werdende Gesellschaft und deren Folgen, die sich hier insbesondere im Sozial- und Gesundheitsbereich ergeben, wird eine solche Mitarbeit von Menschen zunehmend benötigt.

Das sieht auch der Präsident des Bayerischen Bezirketags, Josef Mederer, so. Gleichwohl appelliert er daran, das Ehrenamt und dessen Notwendigkeit differenziert zu betrachten. Auf die Frage, in wie weit in Zukunft Ehrenamtliche, vor allem in der Pflege, das ersetzen können, was eigentlich Fachkräfte leisten müssten, gibt Mederer eine klare Antwort:

„Ehrenamt ist nicht gleich Ehrenamt. Wenn also jemand ehrenamtlich arbeiten möchte, der aber im Pflegebereich nicht die erforderliche Qualifikation mitbringt, dann ist dies sicher kritisch zu sehen. Denn der Umgang mit Menschen in der Pflege stellt eine gewaltige Herausforderung an die Pflegekräfte dar.”

Andererseits sieht Mederer allerdings durchaus Möglichkeiten, das Ehrenamt auch im Aufgabenbereich der Bezirke verstärkt einzubinden.

„Wenn ich in Hausdiensten sehe, dass man dort mit Menschen die Freizeit sinnvoll gestaltet und Dinge des Alltags verrichtet, dann hat das Ehrenamt hier zweifellos seinen Sinn und seinen Platz. Denn dies haben früher die Zivildienstleistenden gemacht”, so der Bezirketagspräsident.

In diesem Zusammenhang passt es daher, dass die Förderung des Ehrenamtes jetzt als neues Staatsziel in der Bayerischen Verfassung verankert ist. Dort heißt es: „Staat und Gemeinden fördern den ehrenamtlichen Einsatz für das Gemeinwohl.”

Seit langen Jahren kämpft auch der mittelfränkische Bezirkstagspräsident, Richard Bartsch, für das Ehrenamt und eine deutliche Aufwertung solcher Tätigkeiten im öffentlichen Bewusstsein.

„Die Tatsache, dass Jugendliche bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ehrenamtliche Tätigkeiten aufführen können, und dass diese dann wohlwollend in die Gesamtbeurteilung des Bewerbers einfließen, ist hier ein wichtiger Schritt, den auch die Bezirke nachdrücklich begrüßen”, so Richard Bartsch.

Bayerischer Bezirketag, Pressemitteilung v. 23.05.2014 (Ulrich Lechleitner)