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StMGP: Huml will Allgemeinmedizin in der Ausbildung aufwerten – Gesundheitsministerin lobt “AKADemie” in Dillingen als Leuchtturmprojekt

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Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml will mehr Medizinstudenten für den Hausarztberuf gewinnen. Huml betonte anlässlich der Feier der ersten Niederlassung aus dem Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen (AKADemie) am Dienstag:

“Hausärzte sind und bleiben das Rückgrat der ambulanten Versorgung in der Fläche. Deshalb brauchen wir mehr Anreize, um Medizinstudenten für den Hausarztberuf zu begeistern.” Die Ministerin fügte hinzu: “Wir müssen alles daran setzen, die Attraktivität des Berufsbildes zu verbessern und die Allgemeinmedizin in der Ausbildung aufzuwerten. Hierfür sind gemeinsame Anstrengungen aller Beteiligten im Gesundheitswesen notwendig.”

Der Anteil von Hausärztinnen und Hausärzten, die 60 Jahre oder älter sind, liegt derzeit bei gut 30 Prozent. Viele davon werden in den nächsten fünf bis zehn Jahren ihre Praxistätigkeit aufgeben. Damit stehen sie nicht mehr für die vertragsärztliche Versorgung zur Verfügung. Es besteht also ein hoher Nachwuchsbedarf.

Das Bayerische Gesundheitsministerium fördert derzeit 57 Medizinstudenten mit einem Stipendium in Höhe von monatlich 300 Euro. Voraussetzung ist die Bereitschaft der Studenten, ihre Facharztweiterbildung im ländlichen Raum zu absolvieren und anschließend für mindestens fünf Jahre auf dem Land tätig zu sein.

Die Ministerin lobte bei ihrem Besuch in Dillingen das Modellprojekt “Ausbildungskonzept Allgemeinmedizin Dillingen” (AKADemie). Die Kreisklinik St. Elisabeth bildet seit dem Juni 2013 als anerkanntes akademisches Lehrkrankenhaus der TU München Medizinstudenten aus. Mit dem Institut für Allgemeinmedizin der TU München wurde ein Ausbildungskonzept für das Fach Allgemeinmedizin entwickelt. Hausarztpraxen aus dem regionalen Praxisnetz PRADIX arbeiten mit der Kreisklinik zusammen und übernehmen den ambulanten Teil der Ausbildung.

Huml unterstrich: “AKADemie ist ein innovatives Leuchtturmprojekt. Auf dem Weg zu unserem Ziel, die Allgemeinmedizin in der Ausbildung aufzuwerten, hat dieses Konzept uns ein gutes Stück vorangebracht.”

Die Ministerin betonte, auch im Bereich der Universitäten bestehe Handlungsbedarf. Denn bisher gebe es bundesweit gerade einmal sieben Lehrstühle für Allgemeinmedizin.

Huml fügte hinzu: “Wenn wir mehr junge Menschen vor allem für die Allgemeinmedizin begeistern wollen, muss an jeder medizinischen Fakultät ein Lehrstuhl für Allgemeinmedizin eingerichtet werden. Ich fordere daher die Universitäten auf, hier tätig zu werden.”

Mehr Informationen finden Sie unter: http://www.lgl.bayern.de/gesundheit/bayerische_gesundheitsagentur/bayga_foerderprogramme.htm.

StMGP, Pressemitteilung v. 03.06.2014